Przegląd Zachodniopomorski

ISSN: 0552-4245     eISSN: 2353-3021     DOI: 10.18276/pz.2018.4-05
CC BY-SA   Open Access 

Lista wydań / z. 4 2018
Exemt, frei und unabhängig? Die Bischöfe von Kammin in vorreformatorischer Zeit

Rok wydania:2018
Liczba stron:29 (95-123)
Słowa kluczowe: Bistum Kammin Spätmittelalter Handlungsspielräume Exemtion Landesherrschaft
Autorzy: Nina Gallion

Abstrakt

Kammin war ein junges, aus missionarischer Tätigkeit und landesherrlicher Förderung hervorgegangenes Bistum, das seit seiner Gründung 1140 exemt und folglich nur dem Papst unterstellt war. Dies wirft die Frage nach den bischöflichen Handlungsspielräumen im späten Mittelalter im Spannungsfeld von Landesherrschaft, Reichsgewalt und päpstlicher Autorität auf. Noch im 14. Jahrhundert verfügten die Kamminer Bischöfe über eine starke und relativ selbstbestimmte Position, waren aber in finanzieller Hinsicht bereits angeschlagen. Dies erwies sich während des Kamminer Bischofsstreits an der Wende zum 15. Jahrhundert als fatal, weil das Bistum nun in eine zunehmende Abhängigkeit vom Greifenhaus geriet. Am Übergang zur Neuzeit stellte sich die Diözese als landesherrliches Bistum dar, das dem Einfluss von König und Papst weitgehend entzogen war. Daran sollte auch die Einführung der Reformation nichts mehr ändern, die Kammin im Gegenteil ganz dem herzoglichen Zugriff unterwarf.
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