Przegląd Zachodniopomorski

ISSN: 0552-4245     eISSN: 2353-3021     DOI: 10.18276/pz.2018.4-03
CC BY-SA   Open Access 

Lista wydań / z. 4 2018
Städtische Führungseliten und ihre kirchlichen Großbauprojekte. Zwischen Frömmigkeit, Repräsentation und finanzieller Leistungsfähigkeit

Rok wydania:2018
Liczba stron:31 (53-83)
Słowa kluczowe: Spiritualität ökonomische Leistungsfähigkeit kirchliche Grossbauprojekte bauliche Einflussnahme städtische Bauauftraggeber
Autorzy: Katja Hillebrand

Abstrakt

Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts etablierte sich in den neugegründeten Hansestädten eine städtische Gesellschaft, die sich entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und ihrer kooperativen Zugehörigkeit organisierte. Der schnelle ökonomische Aufstieg der Kaufleute und Handwerksbünde ermöglichte weitreichende politische Handlungsspielräume gegenüber den Landesherren. Familiäre Verbindungen mit den kirchlichen Führungsebenen in den Domstiften und den örtlichen Ordensniederlassungen boten eine direkte Einflussnahme auf kirchenpolitische Anliegen. Dieser wachsende Einfluss spiegelte sich insbesondere in den großen kirchlichen Bauunternehmen wider. Kleine Kirchen wurden durch die ratsfähigen Familien mit aufwendigen Kapellenanbauten ausgebaut. Der Rat als Kooperation gab Großbauten in Auftrag, die sich an den Architekturvorgaben bischöflicher und monastischen Kirchen orientierten. Die sich etablierenden Bettelorden und ihre Klosteranlagen wurden von der Stadt für Sitzungen und Versammlungen genutzt und entsprechend ausgebaut. Noch im Vorfeld der Reformation wurden von Seiten der städtischen Auftraggeber kirchliche und klösterliche Anlagen geschaffen, die neue Architekturformen aus den verschiedenen Orten der vielseitigen Handelsverbindungen etablierten und die große ökonomische Leistungsfähigkeit dieser städtischen Führungseliten unter Beweis stellten.
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